Berlin-Blog

Die Berliner Stadtlandschaft verändert sich rasant. Das Kunst- und Kultur-Angebot ist riesig. An dieser Stelle möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Auswahl interessanter Nachrichten aus Berlin und Brandenburg vorstellen - schwerpunktmäßig aus den Bereichen Architektur, Denkmalpflege, Kulturgeschichte, Ausstellungen, Stadtkultur und Kunst. Vieles davon können Sie auch im Rahmen meiner Führungen erleben.

Einheitsdenkmal, Grafik Milla & Partner

Nun also doch. Der Deutsche Bundestag hat sich im Februar erneut für den Bau eines Freiheits- und Einheitsdenkmals vor dem Berliner Schloss ausgesprochen. Nach jahrelanger Debatte über das Für und Wider und insbesondere den geeigneten Standort hatte der Bundestag bereits 2007 den Bau des Denkmals beschlossen.

Es sollte auf dem Fundament des ehemaligen Denkmals für Kaiser Wilhelm I. vor dem wiederzuerrichtenden Schloss bzw. Humboldt Forum gebaut werden. Nach einem ergebnislosen ersten Wettbewerb 2009 einigte sich die Jury 2011 im zweiten Anlauf auf den Entwurf des Büros Milla & Partner und der Choreografin Sasha Waltz. "Bürger in Bewegung" heißt die monumentale Schale, die sich jeweils zu der Seite neigt, auf der die meisten Menschen stehen. Es soll die Inschrift "Wir sind das Volk/Wir sind ein Volk" tragen.

Das gerne als "Einheitswippe" verspottete Monument blieb jedoch weiter in der Diskussion. Sasha Waltz zog sich schließlich entnervt aus dem Projekt zurück. Im April 2016 forderte der Haushaltsausschuss des Parlaments schließlich, das Projekt ganz zu stoppen, da sich die Kosten vermeintlich von den geplanten 10 auf fast 15 Millionen gesteigert hätten. Dies wurde von Milla & Partner freilich bestritten. Hier seien die bereits vorher bekannten Planungs- und sonstigen Nebenkosten reingerechnet worden. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit eines Nationaldenkmals für die deutsche Wiedervereinigung flammte erneut auf.

Eine neue Ebene im Denkmalsstreit wurde schließlich erreicht als der Haushaltsauschuss im November vergangenen Jahres 18,5 Millionen für die Rekonstruktion der Kollonaden des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Aussicht stellte. Klammheimlich sollte also statt eines zeitgemäßen Denkmals ein weiteres Stück Vorkriegsberlin rekonstruiert werden. Die Stadt Berlin war glücklicherweise dagegen. Zuletzt machte sich Wolfgang Thierse für die Realisierung des eigentlichen Siegerentwurfs stark. Nach dem jüngsten Votum des Bundestages scheint das Denkmal nun also doch - wie geplant - gebaut zu werden.

Insbesondere im Rahmen der Führung "Museumsinsel und Stadtschloss" wird dieses Projekt vorgestellt.

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