Berlin-Blog

Die Berliner Stadtlandschaft verändert sich rasant. Das Kunst- und Kultur-Angebot ist riesig. An dieser Stelle möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Auswahl interessanter Nachrichten aus Berlin und Brandenburg vorstellen - schwerpunktmäßig aus den Bereichen Architektur, Denkmalpflege, Kulturgeschichte, Ausstellungen, Stadtkultur und Kunst. Vieles davon können Sie auch im Rahmen meiner Führungen erleben.

Bauakademie

Mitte November hat der Haushaltsausschuss des Bundestages überraschend 62 Millionen für den Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie bewilligt. Nach jahrelangem Stillstand auf der Baustelle kommt also nun relativ unerwartet wieder Bewegung in die Sache. 1999-2001 hatte der Bildungsverein Bautechnik bereits die Nord-Ost-Ecke des Backsteingebäudes von Auszubildenden wiedererrichten lassen.

2004 folgte dann ähnlich wie zuvor beim Stadtschloss eine Schaufassade aus Rohrgestänge und bedruckter Plane, die für den Weiterbau werben sollte. Im Inneren wurde eine kleine Ausstellung installiert.Dabei blieb es über zehn Jahre lang. Es wurden zwei Fördervereine und eine Errichtungsstiftung gegründet, ein Bieterverfahren endete ergebnislos. Über die Jahre konnten sich die verschiedenen Akteure nicht auf ein einheitiches und klares Nutzungskonzept einigen. So wurde etwa immer wieder ein Architekturzentrum für nachhaltiges Bauen gefordert. Dies hat möglicherweise zu den Verzögerungen beigetragen. Zuletzt hatte sich der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, für einen Weiterbau der Akademie ausgesprochen und die Nutzung als Architekturmuseum angeregt. Möglicherweise hat dies nun den Ausschlag für den Millionensegen des Bundestages gegeben. 

Die Berliner Bauakademie als Ausbildungsstätte für Architekten ging 1799 aus der Akademie der Künste hervor. Sie existierte bis 1879 als sie durch Zusammenlegung mit der Berliner Gewerbeakademie in der Technischen Universität aufging. Karl Friedrich Schinkel konnte 1832-36 erstmals ein eigenes Gebäude für die noch junge Akademie errichten, das er in Anlehnung an englische Fabrikarchitektur komplett in Backstein ausführte. Schinkel bezog als Leiter der Oberbaudeputation, der die Bauakademie unterstand, auch seine Dienstwohnung in dem Gebäude. Die Akademie brannte 1945 aus und wurde nach dem Krieg zunächst gesichert und der Wiederaufbau in Angriff genommen. 1962 erfolgte jedoch der Abriss zugunsten des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR. Wichtiger Baudekor wurde zuvor eingelagert. Seit dem Abriss des Außenministerium 1995/96 besteht nun die Möglichkeit die Bauakademie zu rekonstruieren.

Die Bauakademie wird insbesondere im Rahmen der Führungen "Unter den Linden" und "Museumsinsel und Stadtschloss" vorgestellt.

 

 

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