Berlin-Blog

Die Berliner Stadtlandschaft verändert sich rasant. Das Kunst- und Kultur-Angebot ist riesig. An dieser Stelle möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Auswahl interessanter Nachrichten aus Berlin und Brandenburg vorstellen - schwerpunktmäßig aus den Bereichen Architektur, Denkmalpflege, Kulturgeschichte, Ausstellungen, Stadtkultur und Kunst. Vieles davon können Sie auch im Rahmen meiner Führungen erleben.

Baustelle Pergamonmuseum

Nun also auch das Pergamonmuseum: Berlin ist um eine weitere Dauerbaustelle reicher. Ende Oktober teilte das für die Sanierung des Museums verantwortliche Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mit, dass die Kosten für den ersten Bauabschnitt von 261 auf 477 Millionen Euro steigen werden. Der Saal mit dem weltberühmten hellenistischen Altar kann zudem nicht 2019, sondern voraussichtlich erst 2023 wiedereröffnet werden.

Schuld daran ist unter anderem ein historisches Pumpwerk aus der Erbauungszeit des Museums von 1910-30, das mit großem Aufwand abgetragen werden muss.

Einen Lichtblick gibt es freilich gleichzeitig zu verkünden: In einem bisher nicht eingeplanten Interimsbau soll nun zumindest der Telephosfries, also der kleinere Firgurenfries aus dem inneren Bereich des Pergamonaltars, ausgestellt werden. Neben weiteren Skulpturen der Antikensammlung soll auch das 2012 im Hof des Museums gezeigte großartige Pergamonpanorama von Yadegar Asisi Teil dieser provisorischen Ausstellung sein. Der Interimsbau wird gegenüber dem Bode-Museum auf dem Areal der ehemaligen Friedrich-Engels-Kaserne entstehen. Hier befindet sich bereits das Archäologische Zentrum, ein nicht öffentlicher Funktionsbau der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Büros, Bibliotheken und Restaurierungswerkstätten.

Die Stiftung würde in diesem Areal perspektivisch gerne die „Museumshöfe“ mit Teilen der Gemäldegalerie ansiedeln. Dies ist freilich Zukunftsmusik. Das Planungsbüro Wolff Gruppe will den temporären Ausstellungsbau auf eigene Kosten für 17 Millionen Euro bauen und betreiben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Pergamonaltar schonmal für knapp zehn Jahre in einem Interimsbau präsentiert. Die Fertigstellung des Pergamonmuseums zog sich dann noch weitere 20 Jahre bis 1930 hin. Hoffentlich kein böses Ohmen für die jetzige Generalsanierung.

Das Museum wird sowohl im Rahmen der Führung "Museumsinsel und Stadtschloss" sowie "Unter den Linden" vorgestellt.

 

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