Berlin-Blog

Die Berliner Stadtlandschaft verändert sich rasant. Das Kunst- und Kultur-Angebot ist riesig. An dieser Stelle möchte ich Ihnen meine ganz persönliche Auswahl interessanter Nachrichten aus Berlin und Brandenburg vorstellen - schwerpunktmäßig aus den Bereichen Architektur, Denkmalpflege, Kulturgeschichte, Ausstellungen, Stadtkultur und Kunst. Vieles davon können Sie auch im Rahmen meiner Führungen erleben.

Museum Barberini in Potsdam

Jetzt hat Potsdam also seinen neuen Palazzo. Unmittelbar am wiederaufgebauten Stadtschloss hat Hasso Plattner das kriegszerstörte Palais Barberini für die Präsentation seiner Sammlung wiedererrichtet. Eigentümer der Sammlung und Träger des Museums ist die Plattner-Stiftung. Nach den gewaltigen Vorschusslorbeeren waren die Erwartungen an das neue Museum groß.

Von außen braucht das Palais noch ein wenig Patina, die Fassade verwandelt den Potsdamer Alten Markt jedoch schon jetzt wieder in eine italienische Piazza. Von innen wirkt das Museum stellenweise etwas steril, was den schönen, intensiv farbigen Ausstellungssälen aber keinen Abbruch tut - noch dazu wenn man gleich von Nolde und Liebermann begrüßt wird. Sehr beeindruckend ist auch der Munch-Saal. Die Raumfluchten voll mit Impressionisten wirken fast schon etwas ermüdend. Sehr viele Bilder von Monet und Caillebotte sind zu sehen, darunter auch die berühmten Seerosen und Heuschober. Einen originellen Kontrast dazu bildet die DDR-Malerei: Tübke, Metzkes, Heisig und Mattheuer. Ein Guß von Mattheuers "Jahrhundertschritt" steht im Hof zur Havelseite hin.

Gerne würde man mehr über die scheinbar riesige Sammlung erfahren. Die Museumsmacher unter ihrer Leiterin Ortrud Westheider planen drei jährliche Sonderausstellungen, die sie überwiegend mit eigenen Bildern bestücken werden, ergänzt um Leihgaben. Mit dem Museum Barberini ist Potsdam also um eine Attraktion reicher. Man kann nur hoffen, dass auch das benachbarte Potsdam Museum mit seiner stadtgeschichtlichen Sammlung davon profitieren wird. Dieses Haus stand bisher immer im Schatten der Schlösser. Ein Sammler-Museum, wie das jetzt im neuen Palais Barberini eröffnete, hätte freilich auch woanders errichtet werden können. Bei aller Freude darüber - Potsdams größter, unverwechselbarer Schatz bleiben weiterhin die Gärten sowie die Schlösser mit ihrer Ausstattung.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren